Guten Tag,
ich werde eine Injektage in einem Halbkeller-Apartment mit AquaStop Cream durchführen und wo möglich Sanierputz auftragen. Das sollte klar sein.
Wie löse ich aber bitte die Stellen, an denen Fliesen angebracht werden? Die Wand unter der Geländeoberfläche kann von außen nicht isoliert werden. Obwohl also eine horizontale Isolierung durch Injektage am Boden durchgeführt wird, wird die Wand weiterhin durch Niederschlagswasser und Feuchtigkeit aus dem Erdreich beansprucht und bleibt bis zu einem gewissen Grad feucht – sie muss also unter den Fliesen „versiegelt“ werden.
Ist es sinnvoll, auf die feuchte Wand unter den Fliesen Bitumen 2K aufzutragen und dann flexible Fliesenklebstoff und Fliesen darauf anzubringen? Oder direkt auf die Ziegelsteine kleben? Oder eventuell eine undurchlässige Betonschicht/Putzschicht aufbringen und dann Klebstoff darauf? Welches Verfahren ist am besten geeignet, damit sich die Fliesen nicht von der Wand ablösen? Über den Fliesen bis zur Decke kommt dann Sanierputz.
Vielen Dank im Voraus für Ihre Antwort und einen schönen Tag.
Mit freundlichen Grüßen
Martin
- Martin asked 5 Tagen ago
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Guten Tag, Herr Martin,
vielen Dank für Ihre Anfrage. Die Problematik von Souterrainräumen, in denen das Mauerwerk in direktem Kontakt mit dem umliegenden Erdreich steht und von außen nicht ausgegraben werden kann, ist in meiner Beratungspraxis ein sehr häufiges Thema. Sie haben absolut recht, dass eine alleinige horizontale Injektionssperre am Boden in diesem Fall die seitliche Feuchtigkeitsbelastung aus dem Gelände nicht löst.
Im Innenraum, wo Sie einen Keramikfliesenbelag planen, ist die Situation besonders. Der Fliesenbelag ist dampfdicht und versiegelt die Feuchtigkeit darunter sozusagen „ab“. Damit der Belag nicht durch die langfristige Einwirkung der Untergrundfeuchte abfällt, muss darunter eine funktionierende Dichtungsbarriere geschaffen werden.
Hier ist meine technische Analyse Ihrer Überlegungen und das empfohlene Vorgehen:
Wasserdichter Beton auf senkrechten Wänden?
Ihre Überlegung zu wasserdichtem Beton als Untergrund für den Fliesenbelag ist logisch sinnvoll, stößt aber auf ein grundsätzliches Problem bei der technischen Ausführung.
• Wasserdichter Beton lässt sich auf waagerechten Flächen (Bodenbetonage und Platten) sehr gut verarbeiten, aber ihn auf eine senkrechte Wand so aufzutragen, dass er nicht abfällt und eine zusammenhängende Schicht bildet, ist in der Praxis sehr schwierig.
• Sie müssten die Wand aufwendig verschalen, und den Spalt zwischen Schalung und Mauerwerk mit Beton ausfüllen.
• Aus diesem Grund ist eine Abdichtungsspachtelmasse, die direkt auf das gereinigte und ausgebesserte Mauerwerk aufgetragen wird, eine viel praktischere und sichere Lösung.
Empfohlenes Vorgehen: Injektions-„Rahmen“ und mechanisch verankerter Schutz
Für maximale Zuverlässigkeit empfehle ich, ein geschlossenes Isolationssystem zu schaffen, ein sogenanntes „Rahmenfenster“, und die vertikale Isolierung mechanisch zu sichern:
1. Injektions-Trennlinie der Konstruktion:
• Sie führen eine horizontale Injektionssperre mit dem AquaStop Cream®-System am Boden und eine zweite Linie etwa 5 cm über der Außengeländekante durch.
• Diese Linien verbinden Sie mit senkrechten Injektionen an den Seitenflächen der Wand. Damit trennen Sie die Wand mit dem Fliesenbelag unabhängig von den übrigen Konstruktionen ab, damit sich Feuchtigkeit nicht darauf überträgt.
2. Senkrechte Isolierung mit mechanischer Verankerung (Ein bewährter „Kniff“ in der Praxis): Verwenden Sie statt Beton eine Bitumenspachtelmasse AquaStop Bitumen 2K. Sie hat eine ausgezeichnete chemische Haftung auf dem Untergrund, die ich unter dem Fliesenbelag zusätzlich mechanisch „absichern“ empfehle:
• Erste Schicht: Tragen Sie das Bitumen auf und drücken leicht Perlit-Körner hinein.
• Mechanische Verankerung: Am nächsten Tag, wenn die Spachtelmasse ausgehärtet ist, verankern Sie sie mechanisch durch die Perlit-Körner mit kurzen Tellerdübeln. Das Verankerungsraster muss nicht dicht sein. Die Dübel dienen in diesem Fall nicht der primären Befestigung der Isolierung (diese gewährleistet die chemische Bindung des Bitumens), sondern wirken als dauerhafter mechanischer Verankerungselement für die Zukunft.
• Erhöhte Widerstandskraft: Durch diese Verbindung in festem Raster erhöhen Sie die Gesamtmechanische Widerstandskraft der Isolierung erheblich, besonders ihre Zugfestigkeit, aber vor allem ihre Haftung an der Wand.
• Zweite Schicht: Überziehen Sie die Dübel und die gesamte Fläche mit einer zweiten Schicht Bitumen (Gesamtstärke 4–6 mm) und schaffen Sie mit einer Zahnkelle horizontale feine Riffelung, damit Sie nicht zu tiefe Nuten eindrücken.
3. Endgültiger Fliesenbelag:
• Ziehen Sie die innere Bitumenspachtelmasse etwa 5–10 cm über die obere Injektionslinie hoch, damit eine perfekte Anschlussstelle entsteht.
• Tragen Sie flexiblen Fliesenkleber auf das geriffelte Bitumen auf, so wird der vorbereitete Untergrund für die Verlegung des Keramikbelags fertig.
Dieses Verfahren kombiniert die chemische Bindung des Bitumens und die mechanische Verankerung und schafft damit eine feste Schicht, die dem Feuchtigkeitsdruck von der Rückseite unter dem Fliesenbelag zuverlässig widersteht und auch verhindert, dass aufsteigende Feuchte weiterverlagert wird. Diese Sanierungsvariante der Wand unter der Geländekante des Souterrain ist geeignet, falls auf der Wand kein Wasserdruck wirkt, was beim Souterrain so gut wie ausgeschlossen ist. Sie müssten auch gelegentliches Wassereintritt feststellen, wovon Sie nicht berichten.
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz
Ihr Berater für Mauerwerkssanierung
Beispiel der Verankerung mit Tellerdübeln der ersten Abdichtungsschicht durch die Perlit-Körner und der gerippten Oberfläche in der zweiten Schicht.

- Trumf S. answered 5 Tagen ago
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Guten Tag,
vielen Dank für die so schnelle Antwort! Die Idee mit den Dübeln und Spreizdübeln werde ich auf jeden Fall nutzen, ich denke, solch eine mechanische Stütze für ein paar Kronen ist bestimmt hilfreich.
Gleichzeitig werde ich die Wand wahrscheinlich noch mit einer flächigen Cremeinjektion ergänzen, um die Zerstörung des Mauerwerks zu begrenzen.
Ich hätte noch eine Frage: Warum sollte die horizontale Injektion erst über dem Fußboden durchgeführt werden? Ist damit über der Feuchtigkeitssperrschicht des Fußbodens (z. B. Betonunterbau) oder über der endgültigen Schicht gemeint, auf die der Belag verlegt wird? Ich würde die Wände lieber schon unter der Höhe des Belags isolieren, damit die sichtbare Wand auf jeden Fall trocken ist. Oder gibt es da einen Grund, den ich nicht sehe? Es scheint mir am sinnvollsten, die horizontale Injektion so tief wie möglich durchzuführen (hier handelt es sich bereits um eine Wand, die nicht unter der Geländehöhe liegt).
Nochmals vielen Dank und einen schönen Tag noch.
Mit freundlichen Grüßen
Martin
- Martin answered 5 Tagen ago
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Guten Tag, Herr Martin,
ich beziehe mich auf Ihre zweite Frage zur Höhenlage der Injektionslinie. Ihr Gedanke, die Injektion möglichst tief anzusetzen, ist logisch, aber in der Praxis müssen strenge Höhenregeln eingehalten werden, um den unerwünschten Effekt der sogenannten Feuchtigkeitsüberbrückung zu vermeiden. Diese Regeln sind universell und gelten sowohl für die Creminjektion als auch für mechanische Verfahren.
Ich habe für Sie einen privaten, vielleicht etwas amüsanten, aber bewährten Trick, den ich arbeitsweise „Schwarzs Regel des inneren Dialogs“ nenne: Bevor Sie mit dem Bohren beginnen, schauen Sie sich die Wand an und stellen Sie sich eine einfache Frage:
„Was befindet sich an dieser Stelle der zukünftigen Injektion auf der anderen Seite der Wand?“
Wenn Sie antworten, dass dort Luft/Raum ist (Sie befinden sich über dem Gelände) oder bereits isolierter Boden, kann eine Feuchtigkeitsüberbrückung selbstverständlich nicht auftreten und die gewählte Höhe ist richtig. Wenn dort aber feuchte Erde, Bodenverfüllung usw. über der Höhe Ihres Bohrlochs wären, entsteht zwar die Sperrschicht im Mauerwerk zuverlässig und funktioniert, aber die Feuchte „überbrückt“ sie einfach von der anderen Seite von der Seite. Das Sanierungsergebnis wäre dann beeinträchtigt, obwohl die Sperrschicht als solche ihre Barrierefunktion erfüllt.
1. Situation, wenn Böden nicht abgebrochen werden (z.B. bei inneren Wänden)
Falls in dem Raum die bestehenden Böden verbleiben, ist die Injektionshöhe grundsätzlich durch deren Ebene vorgegeben.
• Technische Begrenzung im Innenraum: Beim Bohren von innen begrenzt uns der Bohrmaschinenschaft. Mit einer Standard-SDS-Bohrmaschine lässt sich waagerecht relativ komfortabel minimal im Bereich von 4–5 cm über dem Boden bohren. Bei inneren Trennwänden, wo Sie die Böden nicht abbrechen, lässt Sie der bestehende Boden unten auch nicht tiefer zu – aber das bedeutet nicht, dass die Sanierung innerer Wände nicht erfolgreich sein wird.
• Bohren von außen: Wenn das Außengelände unter dem Innenboden liegt und dieser Bereich nicht unterkellert ist, entfällt die technische Bohrmaschinen-Begrenzung. In diesem Fall können Sie knapp über der inneren Bodenebene bohren. Damit sichern Sie ab, dass die Unterkante der entstehenden Sperrschicht noch tiefer eindringt, in die Schichten unter der Bodenebene. Achtung: Sie dürfen jedoch niemals unter der inneren Bodenebene bohren, wenn Sie deren Aufbau und insbesondere den Zustand und die Höhe der Horizontalsperre nicht kennen, sonst droht Feuchtigkeitsüberbrückung.
• Physik und Chemie der Cremeausbreitung: Die Wirkstoffe verbreiten sich vom Bohrloch in alle Richtungen. Der Crem nach der Anwendung sättigt das Mauerwerk normalerweise um mindestens weitere 6–8 cm auch nach unten unter die Bohrlochebene. Die Sperrschicht bildet sich also zuverlässig auch unter der Ebene der Bohrungen selbst, sodass das sichtbare Mauerwerk bereits ab Bodenebene trocken sein wird.
2. Situation bei abgebrochenen Böden (Ihr Fall)
Wenn Sie neue Böden verlegen, ist es günstiger, bereits über dem neuen Unterlagsbeton zu bohren, nicht in der Höhe des zukünftigen finalen Bodenbelags, aber immer noch nach den oben genannten Höhenregeln.
• Anbindung an die Horizontalsperre: Führen Sie die Injektion ca. 5 cm über dem Unterlagsbeton durch. So schaffen Sie Platz, um die neue waagerechte Bodenisolation an der Wand hochzuziehen und sie auf die Injektionslinie abzudichten.
3. Tipp zur Verbindung dieser beiden Horizontalsperren
Auf der Bodenfläche sind Asphaltbänder praktischer. Für das Hochziehen an der Wand und die Verbindung über die Injektionslinie ist jedoch eine zweischichtige Bitumen-Dichtungsschicht AquaStop Bitumen 2K® viel vorteilhafter. Sie erzeugt eine nahtlose Verbindung und haftet auf der senkrechten Wand auch in Details viel besser als ein Asphaltband.
Zusammenfassung: Möglichst nah am Boden zu bohren ist richtig, aber Sie müssen sich dabei visualisieren oder Schnitte des zu sanierenden Gebäudeteils zeichnen, damit die Feuchte Ihre neue Barriere nicht „überbrücken“ kann.
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz – Geschäftsführer des Unternehmens
Beispiel einer zuverlässigen Anbindung der Horizontalsperre an die chemische Unterspritzung: https://www.injektaz-zdiva-svepomoci.cz/poradna-sanace-vlhkeho-zdiva/dotaz/sanacni-postupy-a-skladba-u-rd
- Trumf S. answered 5 Tagen ago
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