Ich habe eine Frage.
Ich habe die Gebrauchsanleitung studiert und möchte fragen:
Bei einem Kellerboden eines Einfamilienhauses, der Kellerboden liegt etwa 120 cm unter dem Geländeniveau.
1) Ist es deutlich besser, die Wand, die unter dem Geländeniveau liegt, von außen mit einer vertikalen Abdichtung aus Asphaltbahnen abzudichten (oder alternativ eine AquaStop Bitumen 2K-Abdichtung anzubringen…), oder ist es ausreichend, nur eine Injektage durchzuführen (ohne vertikale Abdichtung)?
Bitte um Ihre Antwort.
Kotlík
- Karel asked 4 Wochen ago
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Guten Tag, Herr Kotlík,
da sich der Kellerboden Ihres Hauses 120 cm unter der Geländeoberfläche befindet, ist das Mauerwerk permanenter Bodenfeuchtigkeit ausgesetzt und möglicherweise auch hydrostatischem Wasserdruck. Bei Einfamilienhäusern dieser Art sind in solchen Situationen sowohl vertikale als auch horizontale Abdichtungen absolut erforderlich.
Die Feuchtigkeit gelangt nämlich von zwei Seiten in das Kellermauerwerk: einerseits seitlich aus dem angrenzenden Erdreich (durch fehlende oder nicht funktionsfähige ursprüngliche vertikale Abdichtung) und andererseits von unten, wo das Wasser kapillar aus der Fundamentsohle aufsteigt, die sich in ständigem Kontakt mit dem Erdreich befindet. Daher ist die Kombination beider Methoden die ideale und technologisch korrekte Lösung.
Nachfolgend stelle ich einen fachkundigen Materialvergleich aus praktischer Perspektive und das empfohlene technologische Verfahren dar.
1. Vertikale Abdichtung: AquaStop Bitumen 2K vs. Bitumenbahnen in der Baugrube
Für die externe vertikale Abdichtung in nachträglich ausgehobenen Gräben empfehlen wir eindeutig die Verwendung von dickschichtiger zweikomponentiger Bitumenabdichtung (AquaStop Bitumen 2K) statt klassischer Bitumenbahnen. Die Gründe sind rein technologisch und praktisch:
• Beengter Arbeitsraum in der Baugrube: Baugruben um das Haus sind oft eng (oft nur bis zu einem Meter breit). Wenn Sie darin das Volumen des menschlichen Körpers und Armbewegungen berücksichtigen, ist die Handhabung mit offener Flamme (Brenner) und schweren Bitumenbahnenrollen äußerst anstrengend, gefährlich und es droht das Risiko unvollständiger Verschweißung. Bitumenstreichmasse ist eine thixotrope Emulsion (dickflüssige Pasten), die nicht fließt und mit einer Glättekelle aufgetragen wird. Die Arbeit damit ist unter diesen beengten Bedingungen ungleich einfacher und präziser.
• Verhalten bei feuchtem Untergrund: Klassische Bitumenbahnen erfordern einen absolut trockenen Untergrund, sonst haften sie nicht und drohen abzuplatzen. Bei ausgegrabenen Mauern ist jedoch ein feuchter Untergrund die Norm. AquaStop Bitumen 2K ist eine wasserbasierende Emulsion (das Aushärten erfolgt durch chemische Reaktion mit Sauerstoff und der zweiten Komponente – Reaktivpulver/Härter). Ein feuchter Untergrund schadet dieser Streichmasse nicht nur nicht, sondern ist für ihre optimale Haftung sogar ideal.
• Nahtloser Monolith besonders an Übergängen: Die Streichmasse schafft eine zusammenhängende, fugenlose Abdichtungsschicht, die fest mit dem Untergrund verbunden ist. Dies eliminiert das Risiko von Undichtigkeiten an Details, Ecken und Übergängen, die bei Bitumenbahnen die häufigste Fehlerstelle sind.
• Festigkeit und mechanische Beständigkeit: Es handelt sich keineswegs um einen dünnen Anstrich. Die Streichmasse wird in zwei Schichten aufgetragen. In die erste frische (noch nicht ausgehärtete) Schicht wird leicht ein Armierungsgewebe (Perlit) eingedrückt. Am nächsten Tag, wenn die erste Schicht bereits fest ist, wird die zweite Schicht aufgebracht. Beide Schichten verbinden sich chemisch zu einem unteilbaren Ganzen mit einer Gesamtdicke von 5 bis 6 mm. Dies entspricht vollständig der Dicke einer hochwertigen Bitumenbahn, daher ist die mechanische Festigkeit beider Lösungen vergleichbar.
2. Kombination aus vertikaler Streichmasse und Creme-Injektage (AquaStop Cream System)
Um eine 100%ige Sanierung zu erreichen, müssen beide Feuchtigkeitsquellen gelöst werden. Die vertikale Streichmasse stoppt die Seitenfeuchtigkeit, und die Creme-Injektage schafft eine horizontale Barriere gegen Kapillaraufstieg aus der Fundamentsohle.
Die Injektage wird auf der Höhe des vorhandenen Kellerbodens durchgeführt. Aufgrund der Standardbreite der Baugrube werden die Bohrungen von innen aus dem Keller durchgeführt.
Bei der Ausführung ist es jedoch kritisch wichtig, die richtige Reihenfolge der Arbeiten im Hinblick auf die Verfüllung der Baugrube einzuhalten:
1. Aushub und Untergrundvorbereitung: Aushub der Wand von außen bis zur Fundamentsfuge und Untergrundvorbereitung.
2. Erste Streichmassenschicht: Auftrag der ersten Schicht AquaStop Bitumen 2K und Einarbeitung des Perlits in die frische Streichmasse.
3. Zweite Streichmassenschicht: Am nächsten Tag Auftrag der zweiten Schicht zur Bildung des endgültigen Monoliths.
4. Bohrung und Injektage von innen: Führen Sie diesen Schritt durch, bevor Sie die Baugrube verfüllen!
5. Schutz und Verfüllung: Sobald die Streichmasse ausreichend ausgehärtet ist und die Injektage abgeschlossen ist, wird eine Schutzfolie auf die Streichmasse aufgebracht, die Baugrube verfüllt und verdichtet.
Wichtige technologische Warnung: Führen Sie die Injektage niemals nach der Verfüllung der Baugrube durch. Wenn Sie von innen aus dem Keller bohren, kann der Bohrer trotz leicht verkürzter Bohrlänge gemäß technologischem Verfahren in altem Mauerwerk unerwartet in eine undichte Stelle oder Hohlraum in der Fuge springen und durchbohren. Solange die Baugrube noch offen ist, haben Sie hundertprozentige Sichtkontrolle über die Arbeit. Sollten Sie versehentlich das Mauerwerk durchbohren und die neue äußere Abdichtung beschädigen, sehen Sie das sofort von außen und können die Stelle leicht lokal durch Abdichtung reparieren. Sobald Sie die Baugrube jedoch vorher verfüllen und verdichten, verlieren Sie diese Kontrolle. Wenn Sie das Mauerwerk durchbohren, stellen Sie nicht fest, bei welcher Bohrung der Schaden aufgetreten ist, und schaffen sich ein verborgenes Problem. Dies ist ein unnötiger Fehler, den Sie durch die richtige Arbeitsreihenfolge leicht vermeiden können.
Fazit:
Eine reine Injektage ohne vertikale Abdichtung würde das Kellermauerwerk nicht vor seitlichem Eindringen von Bodenfeuchtigkeit oder möglicherweise hydrostatischem Wasserdruck schützen. Eine reine vertikale Abdichtung verhindert hingegen nicht den kapillaren Aufstieg von Wasser aus der Fundamentsohle aufwärts ins Haus.
Die Kombination beider Schritte in dieser richtigen Reihenfolge gewährleistet Ihrem Keller eine zuverlässige und langfristige Trocknung.
Mit freundlichen Grüßen
Jiří Schwarz
- Trumf S. answered 4 Wochen ago
- last edited 4 Wochen ago
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