Guten Tag,
wie kann ich das Wassereintritt in einen teilweise unterkellertem Gartenhaus lösen. Bei Regen fließt das Wasser in den Keller, wo mein Vater einen Sammelkanal mit Entwässerungsrohr angelegt hat. Deshalb ist im Keller ständig Feuchtigkeit. Ich weiß nicht, wie stabil die Grundlagen des Hauses sind. Aus Erzählungen kann ich mich vage erinnern, dass sie nicht besonders gut sind. Der Keller liegt teilweise unter dem bestehenden Teil des Gartenhauses und dann neu unter dem Anbau. Ich habe Angst, dass beim möglichen Ausheben der ursprünglichen Grundlagen eine Wandversetzung auftritt.
Danke
Ivo Kápl
- Ivo. K. asked 4 Wochen ago
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Guten Tag, Herr Káple,
Probleme mit Wassereinbruch und Feuchte in teilweise unterkellertem Objekten, besonders wenn die Konstruktionen unterschiedliche Alter haben (ursprüngliche Hütte vs. neuer Anbau), sind technisch oft ziemlich kompliziert. Ich versuche Ihnen den optimalen Ablauf und einen allgemeinen Lösungsvorschlag zu skizzieren, wobei sich „vom Schreibtisch aus“ ohne Ortsbegehung natürlich kein definitives Projekt entwerfen lässt.
1. Äußere Entwässerung (Drainage) als Priorität: Der Sammelkanal mit Drainage, den Ihr Vater angelegt hat, ist zwar eine funktionsfähige Notmaßnahme, die verhindert, dass der Keller wie ein Becken vollläuft, behebt aber natürlich nicht die Ursache. Das Wasser gelangt bereits unter das Objekt und dadurch in den Untergeschoss-Bereich, wo es zwar abfließt, erhöht aber dadurch extrem die Feuchte in der gesamten Innenräume des Untergeschosses.
Das Ziel muss sein, dieses Wasser rund um das Haus abzuleiten. Die Grundlage ist, die Umfassungswände (dort, wo sie von außen zugänglich sind) bis zur Basiskante der Untergeschoss-Fundamente freizulegen und eine zuverlässige Drainage mit funktionierendem gravitatischem/gefällegesteuertem Wasserabfluss weg von der Hütte herzustellen.
Wasser sucht sich aus physikalischen Gründen den Weg des geringsten Widerstands. Wenn Sie entlang des Hauses ein solches Drainageteilsystem anlegen (am besten leicht unterhalb der Kellerfußbodenniveau angeordnet), wird das Wasser darin gesammelt und der hydrostatische Druck unter dem Haus sowie drum herum nimmt ab. Die Wasserschicht unter dem Keller steigt nicht mehr so hoch an, dass sie nach innen drückt, die innere Drainage verliert ihre Bedeutung und die Feuchte im Untergeschoss wird grundlegend reduziert. Durch das Freigaben ermöglicht man zudem die Herstellung einer vertikalen Dichtung, die den Umfassungswänden sehr hilft. Eine Selbstverständlichkeit ist, vor dem Wieder-Zuschütten auch eine waagrechte Dichtung der freigelegten Mauern anzubringen, damit Feuchte nicht auch kapillar von den Fundamenten in die höheren Bereiche über dem Kellerfußboden aufsteigt.
2. Was ist mit Wänden, die man nicht freigeben kann? Sie erwähnen, dass der Keller teilweise unter dem bestehenden (ursprünglichen) Teil der Hütte liegt. Wände, die innerhalb der Raumaufteilung liegen und von außen nicht zugänglich sind, können natürlich nicht freigelegt werden. Hier kommt dann eine anspruchsvollere Sanierungslösung zum Zug, bei der sich mehrere spezialisierte Verfahren anbieten:
• Waagrechte Dichtung: Man muss das kapillare Aufsteigen von Wasser in die bewohnten Bereiche verhindern (z.B. durch nachträgliche Mauerwerksinjektage und neue Dichtungswanne in den Fußböden).
• Senkrechte Dichtung unzugänglicher Wände: Hier gibt es mehrere Möglichkeiten – von der Anwendung innenliegender kristalliner oder bituminöser Beschichtungen und Beschichtungsdichtungen bis hin zu hochentwickelten rückwärtigen (Gel-)Injektagen, mit denen die Dichtungsschicht von innen auf die rückwärtige Außenseite des Mauerwerks gebracht wird, eventuell auch flächige Creme-Injektagen.
Das konkrete technologische Verfahren und die Kombination dieser Methoden hängen aber bereits von der fachgerechten Lösungsplanung ab, die auf den objektiven Verhältnissen vor Ort, dem Grad der Durchfeuchtung und natürlich auch von Ihren finanziellen Möglichkeiten und Kosten basieren muss.
3. Sorge um die Statik und Arbeitsablauf Ihre Sorge um Wandverlagerungen beim Freigeben alter, minderwertiger Fundamente ist völlig rational und berechtigt. Um die Stabilität der Hütte nicht zu gefährden, müssen unbedingt grundlegende Regeln beachtet werden:
• Arbeiten in Etappen: Der Aushub wird normalerweise niemals auf einmal längs der ganzen Wandstrecke durchgeführt. Es wird in kurzen Abschnitten ausgegraben (z.B. ca. 1,5 bis 2 Meter). Das freigelegte Fundament wird überprüft, eine senkrechte Dichtung angebracht, eventuell statisch durch Beton verstärkt (worüber der Statiker entscheiden muss), das Drainageteilsystem verlegt, die Grube zugeschüttet und sorgfältig verdichtet, um die Festigkeit und Stabilität des Untergrundes wiederherzustellen, und erst dann geht es zum nächsten Abschnitt.
• Niemals unter die Fundamentoberkante graben: Der Aushub für das gesamte Drainageteilsystem (Umhüllung, Drainage usw.) sollte niemals tiefer gehen als bis zur Basiskante/Fundamentoberkante selbst. Wenn Sie das Fundament untergraben würden, besteht die Gefahr, dass die Umfassungswand absackt und dadurch ernsthafte Risse entstehen oder sogar die gesamte Wand und das Haus zerstört werden.
Empfehlung: Hier stoßen wir bereits an die Grenzen einer Selbsthelfer-Lösung. Ich empfehle Ihnen, einen Statiker vor Ort zu Rate zu ziehen und anschließend wahrscheinlich ein Fachunternehmen einzuschalten. Der Statiker wird vor Ort den Zustand der Fundamente bewerten und das sichere Vorgehen beim Freigeben bestimmen oder bei Bedarf deren notwendige Verstärkung vorschlagen. Das Fachunternehmen wird dann eine Lösung für Ihre spezifische Situation erarbeiten. Sie können sich dann in Ruhe überlegen, welche Arbeiten Sie selbst schaffen und welche Sie einem erfahrenen Fachunternehmen übertragen möchten.
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz
- Trumf S. answered 4 Wochen ago
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