Guten Tag.
Wand 45cm. Brennziegel vermörtelt mit Lehmputz. Ins Fugennetz oder in den Ziegel bohren? Reicht ein Abstand von 10cm. Danke für die Antwort.
- Josef asked 5 Tagen ago
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Guten Tag,
auf Ihre Frage gibt es eine relativ einfache Antwort.
1. Wo bohren? (In die Fuge oder in den Stein?)
Ich empfehle, in die durchgehende horizontale (waagerechte) Fuge zu bohren. Das hat mehrere Vorteile:
• Optimale Geschwindigkeit und gleichmäßige Verteilung des Injektionscreams: Lehmverband hat eine hohe Porenstruktur und damit eine beträchtliche Saugfähigkeit. Das Injektionscream breitet sich darin etwas schneller aus als im gebrannten Stein selbst. Die waagerechte Fuge bietet uns somit eine absolut zuverlässige Linie, in der sich der Cream mit optimaler Geschwindigkeit und Gleichmäßigkeit ausbreitet.
• Gesparter Materialverbrauch: Würden Sie direkt durch die Steine bohren, würde der Bohrer die senkrechten (Stoß-)Fugen durchschneiden. Natürlich bei dickeren und bereits gebundenen Wänden. Bei älteren Häusern kommt es vor, dass diese inneren senkrechten Fugen nicht mit Mörtel gefüllt sind. Das geschah nicht immer nur aus Materialsparsamkeit – Maurer damals ließen diese inneren Luftspalten bewusst offen, um den Wärmewiderstand der Außenwand zu erhöhen, da Luftspalten als Wärmeisolation der Wand funktionierten. Injektionscream ist zwar dicht und läuft unkontrolliert nicht irgendwohin, aber wenn Sie durch den Stein bohren und die senkrechten ungefüllten Stoß-/Senkfugen durchschneiden würden, könnten Sie diese beim Druck aus der Applikationspistole oder Pumpe unnötig mit Cream auffüllen. Das würde dann Ihren Materialverbrauch erhöhen, was weder notwendig noch wünschenswert ist.
• Leichtere Arbeit: Das Bohren in die Mörtellfuge ist normalerweise viel einfacher und schneller als das Durchbohren eines harten gebrannten Steins.
Wichtiger Hinweis: Das bedeutet nicht, dass der Cream im Stein nicht funktionieren würde. Wenn das so wäre, würde die Injektage bei Mischmauerwerk nicht funktionieren, wo die Ergebnisse ebenfalls hundertprozentig sind. Das Bohren in die waagerechte Fuge ist aber ein technologischer Vorteil, den man nutzen sollte.
2. Reicht ein Achsabstand von 10 cm?
Ja, ein Achsabstand zwischen den Bohrungen von 10 cm ist völlig ausreichend.
Bei diesem Abstand und dem empfohlenen Durchmesser (14 mm) entsteht in der Fuge ein ausreichender Vorrat an Cream. Die hydrophoben Sperren überlappen sich im Mörtel sicher und der Cream sättigt zudem in erheblichem Maße die obere und etwas mehr auch die untere Steinreihe rund um die injizierte Fuge. Das Ergebnis ist eine durchgehende und damit zuverlässige Dichtungsschicht zur Verhinderung aufsteigender Feuchte.
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz
- Trumf S. answered 5 Tagen ago
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