Guten Tag, ich habe eine Frage zu den „öligen“ Flecken, die rund um die Injektionslöcher (Verschlussstöpsel) nach der Anwendung des Präparats entstanden sind (siehe Foto). Woran könnte das liegen, wie kann man sie entfernen und was sollte man in Zukunft vermeiden, damit diese Flecken gar nicht erst entstehen? Vielen Dank und viele Grüße
- Vlastimil Č. asked 6 Tagen ago
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Guten Tag.
Basierend auf dem beigefügten Foto ist die Situation aus technischer Sicht völlig klar. Diese dunklen Flecken rund um die Bohrlöcher sind eine direkte Folge davon, dass die Injektage durch den vorhandenen Putz durchgeführt wurde. Der Injektionscreme breitet sich nach dem Auftragen in alle Richtungen aus – also nicht nur in das Mauerwerk und eventuell in die Lagerfugen, wo sie eine Hydrophobierungsschicht bildet, sondern dringt logischerweise auch nach vorne in den angrenzenden Putz ein, der dadurch Teil der Hydrophobierung wird.
Andererseits ist diese optische Erscheinung ein hervorragendes Beispiel dafür, wie intensiv und zuverlässig die Injektionscreme AquaStop Cream funktioniert und dass sie im Mauerwerk wirklich eine durchgehende, perfekt verbundene Hydrophobierungsschicht erzeugt. Darüber hinaus ist das, was Sie auf der Putzoberfläche sehen, nur ein Bruchteil der Realität – bereits wenige Millimeter unter der Oberfläche und tiefer ins Mauerwerk hat die Dispergationsfähigkeit der Creme noch eine deutlich höhere Intensität. Da normalerweise nicht isolierte Wände oft jahrzehntelang nass sind, ist dieses Phänomen der laufenden Hydrophobierung eigentlich ein positives Zeichen.
Was die Verfärbung selbst betrifft, ist diese meist vorübergehend. Bis sich die aktiven Stoffe vollständig einlagern und eine stabile Siliciumverbindung in den Poren und Kapillaren bilden, dauert das mehrere Monate, während denen die Intensität der Verfärbung allmählich abnimmt. Es ist jedoch äußerst wichtig zu betonen, dass die Hydrophobierungsschicht bereits zu funktionieren beginnt, in dem Moment, in dem die Dispersion (das Eindringen) der Creme in das Material stattfindet, also noch in diesem nicht abgeschlossenen chemischen Zustand. Der Untergrund ist zu diesem Zeitpunkt bereits hydrophob und wasserabweisend. Aus dem beigefügten Foto kenne ich zudem den zeitlichen Ablauf nach Abschluss der Injection nicht. Wenn die Injektage erst kürzlich durchgeführt wurde, kann der Ausbreitungsprozess der Creme noch andauern und die „fettigen Flecken“ können sich vorübergehend leicht vergrößern, was aber nichts an den oben beschriebenen Fakten ändert. Die Hydrophobierung selbst ändert sich natürlich nach dem Verblassen dieser Verfärbung nicht, weil zu diesem Zeitpunkt bereits die chemische Verbindung im Material erfolgreich abgeschlossen ist.
Wie kann man die Situation beheben und wie lässt sich dies zukünftig vermeiden?
Systemisch korrektes Vorgehen: Das richtige Bauvorgehen bei der Sanierung ist, dass der alte, feuchte und manchmal salzgeschädigte Putz in einem Streifen mit sichtbaren Schäden mit ausreichendem Überstand bereits vor dem Bohren entfernt wird. Anschließend wird die Injektage in das freiliegende Mauerwerk durchgeführt. Es ist vorteilhaft, eine technologische Pause von mindestens 14 Tagen einzuhalten. Diese Pause ist notwendig, um zu verhindern, dass neuer Putz die Creme aus dem Randbereich des Bohrlochs herausnimmt. Längere Zeit (mehrere Wochen) ist zwar ideal, aber in der Praxis haben Baufirmen und Endkunden aus zeitlichen Gründen dafür oft keinen Platz.
Aus meiner Erfahrung habe ich jedoch beobachtet, dass diese 14 Tage ausreichen, wenn die Bohrlöcher an der Oberfläche sofort verschlossen werden. Die Bohrlöcher müssen entweder mit schnell abbindendem Zement oberflächlich verschlossen werden oder mit Polystyrol-Stöpseln gefüllt werden, die bei Außenwänden zusätzlich als ausgezeichnete Wärmeisolierung der Bohrlöcher fungieren. Mit diesem mechanischen Verschluss schaffen Sie einen zuverlässigen Verschluss und stellen sicher, dass neuer Putz nicht in direkten Kontakt mit der Creme-Konsistenz am Bohrlocheingang kommt. Obwohl in der Randzone restliche Creme den Stöpsel oder die Zementabdichtung durchdringt und durchnässt, ist die Intensität durch diese Barriere und die zweiwöchige Pause nicht mehr so groß, dass sie in neue Putze migriert. Bei neu aufgetragenem Putz erscheint diese Verfärbung dann normalerweise nicht mehr.
(Anmerkung am Rande: Wenn es sich um Ziegelmauer handelte und der Bohrer durch den Putz ging, habe sich durch das „blinde“ Bohren wahrscheinlich des Vorteils der präzisen Führung der Bohrungen entlang der durchgehenden Lagerfuge beraubt, was zwar nicht fatal ist, aber eine verpasste Gelegenheit ist, die das freiliegende Mauerwerk bietet).
Was tun in dieser Phase (wenn der Putz stehen bleibt)? Wenn Sie den Putz nicht entfernen wollen, müssen Sie mehrere Monate warten, bis die Hydrophobierung und der gesamte chemische Prozess abgeschlossen sind und die Verfärbung ausbleicht. Danach müssen diese Stellen mit einem Sperrgrund wie z.B. Telsal angestrichen werden, der normalerweise zur Isolierung von Teer-, Nikotin- oder Rostflecken verwendet wird, zum Beispiel nach Schäden an Steigleitungen, die sonst ständig durch neue Anstriche durchschlagen würden. Dieser Anstrich isoliert die dunklen Stellen zuverlässig ab, die Oberfläche wird vollständig überanstreichbar und auf diesem stehengelassenen Putz sollte sich dieses Phänomen nicht erneut manifestieren. Dann können Sie die Wand normal anstreichen.
Abschließend muss jedoch das Wichtigste hervorgehoben werden: Aus den beigefügten Fotos geht hervor, dass dieser alte Putz lange Zeit durch Feuchte und wahrscheinlich auch durch Salze belastet wurde. Nach korrektem Sanierungsverfahren hätte der Putz bereits vor der Injektage entfernt werden sollen. Wenn Sie den beschädigten Putz entfernt hätten, eine 14-tägige technologische Pause ab Abschluss der Injektage bis zum Beginn der Putzarbeiten eingehalten hätten und die Bohrlöcher an der Oberfläche verschlossen hätte, würde dieses Phänomen auf dem neuen Sanierungsputz überhaupt nicht auftreten. Betrachten Sie diese Lösung mit dem Sperrgrund daher als Notlösung, da systemisch das Richtigste immer ist, mit dem Entfernen des beschädigten Putzes zu beginnen.
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz
- Trumf S. answered 6 Tagen ago
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