Guten Tag,
Wie kann ich bitte Injektionen bei Ziegeln mit Hohlkammern vornehmen, die aber auf der Seite liegen (die Hohlkammern zeigen aus dem Haus heraus – siehe Foto). Die untere Fuge liegt unter der Bodenhöhe und die nächste ist erst etwa 20 cm höher. Kann ich direkt in die Ziegel bohren, oder sollte ich höher gehen bis zur nächsten erreichbaren Fuge? Die angrenzende Wand aus Tuff – ich nehme an, dort kann ich in jeder Höhe bohren, unabhängig von den Fugen.
Danke
- Jan S. asked 4 Wochen ago
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Guten Tag,
auf den beigefügten Fotos sehen Sie deutlich, wie spezifisch dieses Mauerwerk beschaffen ist. Es handelt sich um längsgelochte (wabenförmige) Ziegel, die hier zusätzlich in Seitenlage verlegt sind, sodass ihre Kammern horizontal durch die Ziegeldicke verlaufen.
Um Ihre Hauptfrage zu beantworten: Ich würde auf keinen Fall direkt in diese Ziegel bohren. Bei gelochten Ziegeln und Waben allgemein gilt die Regel, dass zur Schaffung einer Hydrophobierungsschicht immer die durchgehende Lagerfuge genutzt werden muss. Übrigens gilt dieses Prinzip auch für mechanische Sanierungsmethoden – wenn jemand dieses Mauerwerk mit einer Kettensäge durchschneiden oder Edelstahlbleche eintreiben würde, würde er auch niemals durch die Mitte dieser Hohlziegel gehen, sondern sich immer an der horizontalen Mörtelfuge halten. Bei homogenen (massiven) Ziegeln können wir natürlich bohren, aber bei gelochten Ziegeln ist die Lagerfuge für die Injektion absolut notwendig, um eine gleichmäßige Ausbreitung der Creme-Sperrschicht zu erreichen.
Würde man direkt in den Körper des gelochten Ziegels bohren, würden sich die Kammern öffnen und die Creme würde unkontrolliert in ihnen verteilen. Zwar besteht hier (im Gegensatz zu Poroton oder Hebel mit senkrechten Hohlräumen) keine Gefahr, dass die Creme durch die Schwerkraft nach unten läuft, sodass bei dieser Art der Seitenlage kein komplexes zweiphasiges Durchbohren mit Montageschaum-Verfüllung notwendig ist, aber eine gleichmäßige Abdeckung der hydrophoben Sperrschicht im gelochten Ziegel ohne Nutzung der Fuge lässt sich einfach nicht erreichen.
Verfahren für wabenförmiges Mauerwerk in Seitenlage (mit horizontalen Kammern): Da die nächste durchgehende Lagerfuge unter der Bodenniveauebene liegt, müssen Sie leider zur nächsten verfügbaren Fuge in einer Höhe von ca. 20 cm gehen. Ohne Bodenausbau kommen Sie zu dieser unteren Fuge (die in der Bodenschichtung verborgen ist) einfach nicht heran, sodass diese Höhe in der Fuge ein notwendiger und logischer Kompromiss ist.
Verfahren für anschließende Opaliniumwand: Bei Opaliniummauerwerk müssen Sie dagegen keine Rücksicht auf Fugen nehmen und Opalineum wird allgemein hervorragend injiziert. Hier werden wir uns auf keinen Fall auf 20 cm Höhe begeben, sondern uns stattdessen wieder zum Boden hinunter orientieren, wo wir die Sanierung auf dem niedrigstmöglichen Niveau durchführen (ca. 4–5 cm über dem Boden). Für gemischtes und Steinmauerwerk wie Opalineum haben Sie zwei gleichwertige und vollständig funktionale Bohrvarianten, um die hydrophoben Sperrschichten zuverlässig abzudecken:
1. Einfache Bohrlinien mit erhöhtem Abstand: Die Bohrungen führen Sie in einer geraden Linie mit verdichteten Abständen von 8 cm durch.
2. Doppelte Bohrlinien (Zickzack-Methode): Die erste Linie bohren Sie mit Abständen von 10 cm. Die zweite Linie führen Sie 5 cm höher durch, wobei Sie die Bohrungen gegen die untere Reihe achsweise um 5 cm zur Seite versetzt (die Bohrungen der oberen Reihe werden genau über die Achsmittelachsen der unteren Reihe und umgekehrt positioniert).
Verbindung beider Sperrschichten in der Ecke (Fächerbohren und vertikaler Versatz): Da Sie an der Opaliniumwand unten bei der Bodenfuge beginnen und an der Ziegelwand zu einer Fuge in 20 cm Höhe hochspringen müssen, müssen wir diese beiden unterschiedlichen Höhen an ihrer Verbindungsstelle richtig miteinander verbinden. Wahrscheinlich ist die Ziegelwabe an das massive Opalineum angesetzt, was bedeutet, dass wir zunächst die gesamte Grundrissfläche der Ecke selbst sicher behandeln müssen.
Am niedrigsten Punkt bei der Bodenfuge (auf Höhe der Opalineum-Linie) führen Sie daher zunächst das sogenannte Fächerbohren der Ecke durch, falls Sie die Injektion von innen durchführen. Sie bohren aus der Ecke mehrere Bohrungen fächerförmig auseinandergehend, sodass die gesamte Grundrissfläche des Mauerwerks in der Ecke injiziert wird und Feuchtigkeit nicht die Grundrissfläche der Ecke hochsteigen kann. Eine genaue Zeichnung dieses Fächerschemas für innere Ecken mit Beschreibung finden Sie hier: https://www.injektaz-zdiva-svepomoci.cz/navod-k-injektazni-aplikaci/#injektaz-zdiva-v-linii. In der Höhe dieser so injizierten Ecke bohren Sie dann eine senkrechte Linie von Bohrungen (sogenannte Vertikale), die die untere Linie des Opalineums flüssig mit der höheren Linie in der Fuge des Wabenmauerwerks verbindet. Mit diesem kombinierten Verfahren (Fächer + Vertikale) stellen Sie sicher, dass die Sperrschichten perfekt aneinander anschließen und in der Ecke keine nichtabgedichtete Stelle entsteht.
Zusätzliche Abdichtung des unteren Streifens unter dem Ziegel (0–20 cm) und Putz: Da Sie die horizontale Sperrschicht auf dem Wabenmauerwerk 20 cm über dem Boden anlegen, entsteht darunter ein Streifen der Ziegelwand, der weiterhin von Feuchte aus den Fundamenten durchdrungen wird. Dieser Höhenunterschied muss von innen mechanisch abgedichtet werden, damit dieser feuchte Untergrund anschließend die neuen Putze nicht aufnässt und sich über dem Boden kein feuchter Streifen bildet. Nach der Injektion reinigen Sie das Mauerwerk von der Bohrhöhe nach unten und tragen eine Hydrophobier-Beschichtung AquaStop Bitumen 2K auf. Ziehen Sie die Beschichtung bis zu Null (bis zum reinen Boden) herunter. Falls Sie Ihre Böden nicht vollständig sanieren, können Sie sich logischerweise von innen nicht an eine ursprüngliche Bodendichtung anschließen, aber das schadet nichts, denn wir bekämpfen die Feuchtigkeit in der Wand und dieses Verfahren funktioniert zuverlässig.
Was das anschließende Verputzen betrifft: Auf die Bitumenbeschichtung hat sanierter Putz zwar aus logischer Sicht (wegen der Undurchlässigkeit des Bitumens) keine funktionale Bedeutung, aber aus praktischen Gründen ist es am besten, das Verputzen vollständig in einem Material durchzuführen. Es macht keinen Sinn, die unteren 20 cm mit normalem Mörtel zu werfen und den Rest mit Sanierputz. Bewerfen Sie daher gleich vom Boden an die gesamte Fläche (selbstverständlich mit ausreichendem Höhenüberstand über die ursprünglichen beschädigten Stellen) mit Sanierputz.
Mit freundlichen Grüßen
Jiří Schwarz
- Trumf S. answered 2 Wochen ago
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