Wie kann ich eine offenbar fehlerhaft ausgeführte Isolierung eines vertieften Kellers mit einer Abdichtungsfolie reparieren, die unter der Betonbodenplatte verlegt wurde? Die Umfassungswände bestehen aus Schalsteinen und die Folie wurde außenseitig verschweißt und angebunden. Auf der Folie liegen Styrodur und Noppenfolie. Innen ist eine Steinverkleidung angebracht. Jetzt ist der Boden nass und beim Frühjahrsschmelz sammeln sich etwa 3 cm Wasser auf dem Boden.
Bitte um Rat.
Vielen Dank im Voraus.
Falls eine Injektage infrage kommt, wären dann flächig Bohrungen in den Boden notwendig?
Der Grundriss des Gebäudes beträgt 7 x 5 m.
Milan
- Milan asked 7 Tagen ago
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Guten Tag, Herr Milan,
Ihr Problem mit Wassereintritt in den Keller ist bei Neubauten mit Verlorschalung zwar sehr ernst, aber technisch lösbar. Die Tatsache, dass sich auf dem Boden eine Wasserlinie zeigt, signalisiert klar, dass es sich nicht um normale Bodenfeuchtigkeit, sondern um ein Leck / einen Druckwasserdurchfluss handelt.
1. Wahrscheinliche technische Schadensursache:
Bei Untergeschossbauteilen, die mit einer Folie isoliert sind, tritt das Versagen am häufigsten an der äußeren Anschlussstelle zwischen horizontaler und vertikaler Isolierung auf. Diese kritische Fuge befindet sich außen um das Mauerwerk herum an der Stelle, wo die Folie über die Fundamentplatte verläuft, sich nach oben dreht und an die vertikale Wand des Untergeschosses anschließt. Eine weitere Möglichkeit ist eine mechanische Beschädigung der Folie direkt unter der Verlorschalung (z. B. durch Bewehrung) während der Bauphase. Wasser fließt anschließend durch die sogenannte Arbeitsfuge zwischen Platte und der ersten Reihe der Betonschalung.
2. Diagnose: Leckagelokalisation:
Da Wasser auf dem Boden steht, aber wahrscheinlich nicht durch den Boden selbst dringt, ist es entscheidend, die Durchflussstelle zu lokalisieren. Überwachen Sie bei intensiven Regenfällen die Ecken zwischen Wand und Boden. Wenn Sie die Stelle identifizieren, an der das erste Wasser austritt, können Sie die Abdichtung lokal mit ausreichendem technischen Überlapp durchführen, was effizienter ist, als die gesamte Umfangsfuge zu injizieren.
3. Hauptlösung: Druckpolyurethan-Injektage:
Die beste Methode zur Behebung der beschädigten Isolierung von innen ist die Polyurethan-Injektage mit hochexpandierendem Polyurethanharz. Diese Technologie ist praktisch immer verfügbar und anwendbar.
• Bohrung: Führen Sie Bohrungen in die erste Reihe der Verlorschalung, etwa 50 mm über dem Boden durch.
• Kritischer Punkt (Fuge durchdringen): Die Bohrung muss in einem Winkel von etwa 45 Grad, abhängig von der Dicke der Verlorschalung, nach unten erfolgen, um die Arbeitsfuge zwischen Schalung und Platte physisch zu durchdringen und so nah wie möglich zur äußeren Kante des Mauerwerks zu zielen. Wenn die Bohrung vor der Fuge endet, erreicht das Harz den Wasserlauf nicht und die Injektage schlägt fehl.
• Foliendurchdringung: Beim Bohren wird die horizontale Folie wahrscheinlich beschädigt. Fürchten Sie sich nicht davor – hochexpandierendes Polyuretanharz versiegelt diese Stelle (und möglicherweise auch eine undichte äußere Verbindung) während der Expansion zuverlässig wieder ab.
• Prinzip: Polyurethan wird mit einer Pumpe durch in die Bohrungen eingebaute Injektoren (Ventile) gepresst. Bei Kontakt mit Feuchtigkeit dehnt es sich rapide aus (sogenannter Airbag-Effekt) und füllt / dichtet unter großem Druck alle Undichtheiten in der Arbeitsfuge und möglicherweise auch in der beschädigten Abdichtung ab.
4. Alternative: Drainage (Lösung von außen):
Das Freilegen der Hausfundamentecke und die Überprüfung der äußeren Folienstöße ist ein zweiter, viel aufwändigerer Weg. Falls Sie sich dafür entscheiden, muss an der Fundamentfuge ein funktionierendes Drainagesystem geschaffen werden. Wenn es gelingt, das Wasser abzuleiten, entsteht kein Wasserspiegel um das Haus herum, und selbst ein kleines Leck in der Folie wird kein Problem mehr, da reine Bodenfeuchtigkeit ohne Druckwasser nicht in den Innenraum eindringt.
Zusammenfassung: Beginnen Sie mit der Lokalisierung des Lecks und führen Sie anschließend eine Druckpolyurethan-Injektage durch. Dies ist eine professionelle und hochwirksame Methode, um Druckwasser direkt an der Stelle seines Eindringens in die Konstruktion und damit in die Kellerräume zu stoppen.
5. Fazit: Anbei ein Link zu einem Artikel, der die Möglichkeiten der Injektagesverfahren und ihre Unterschiedlichkeit erläutert: https://www.injektaz-zdiva-svepomoci.cz/wp-content/uploads/2025/09/moje_bydleni_9_2025_injektaz1.pdf
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz – Geschäftsführer
- Trumf S. answered 7 Tagen ago
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Wäre vielleicht eine Vor-Ort-Beratung und eine professionelle Injektage durch Sie möglich?
Eine weitere Möglichkeit – Injektage mit Aqua Stop Bitumen auf den gesamten Boden kombinieren, der im Frühjahr nass ist?
Danke für die Hilfe.
Milan
- Milan answered 7 Tagen ago
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Guten Tag, Herr Milan,
zu Ihren ergänzenden Fragen gebe ich folgende fachliche Stellungnahme ab:
1. Fachberatung und Ausführung:
Angesichts der Schwere der Druckwasserdurchsickerungen ist eine Vor-Ort-Inspektion durch einen Techniker das beste Vorgehen. Unser Unternehmen spezialisiert sich auf die Entwicklung und den Vertrieb von Sanierungs- und Abdichtungsmaterialien, führt jedoch selbst keine Bauarbeiten durch. Wir arbeiten jedoch mit einer Reihe geprüfter Ausführungsfirmen zusammen. Kontaktieren Sie mich bitte unter der Woche unter unserer Beratungshotline +420 731 565 565. Ich empfehle Ihnen gerne unsere langjährigen Geschäftspartner, bei denen wir deren Professionalität und Zuverlässigkeit bestätigt haben.
2. Bodenabdichtung mit AquaStop Bitumen 2K® Beschichtung
Zu Ihrer Frage zum flächigen Aufbringen von Bitumenbeschichtung auf dem Boden möchte ich folgende grundlegenden technischen Zusammenhänge aufzeigen:
Unmöglichkeit der Anschlussdichtung: Das Hauptproblem besteht darin, dass eine nachträgliche Beschichtung auf dem Boden nicht wasserdicht an die bestehende senkrechte Folienabdichtung angebunden werden kann. Ohne Aufbruch und Unterschneidung des Mauerwerks (was nicht realistisch ist) bleibt die Fuge zwischen Boden und Wand ein kritischer, nicht gesicherter Punkt.
3. Fehlende Beschwertungsschicht:
Die Bitumenbeschichtung AquaStop Bitumen 2K® (aufgebracht in einer Stärke von 4–6 mm) erfordert bei einwirkenden negativen Wasserdrücken sogenannte „Betonbeschwertung“. Ohne eine weitere Betonausgleichsschicht, die die Beschichtung mechanisch auf den Untergrund drückt, droht deren Ablösung (Separation) vom Boden.
4. Priorität der Sanierung:
Das Wasser im Keller dringt sehr wahrscheinlich nicht durch die Bodenplatte ein, sondern durch die Arbeitsfuge am Wandfuß. Jegliches Aufbringen einer Beschichtung auf dem Boden wäre unwirksam, solange der aktive Wasserzutritt nicht gestoppt wird.
Zusammenfassung: Die vorrangige Aufgabe bleibt die Unterbrechung des Druckwassers durch Druckpolyurethan-Injektage an der Stelle seines Eindringens in die Konstruktion. Nur nach Stabilisierung des Zustands und Beendigung der Durchsickerung sollte eine eventuell zusätzliche Bodenabdichtung gegen Restfeuchte usw. in Betracht gezogen werden.
Mit freundlichen Grüßen
Jiří Schwarz – Geschäftsführer der TRUMF sanace s.r.o.
- Trumf S. answered 7 Tagen ago
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