Nach dem Bohren der Löcher werde ich die Löcher mit Kalkmortel wieder füllen, da es in der Wand Hohlräume gab. Ist Kalkputz für Porenbeton ein Problem oder wird das Creme problemlos eindringen?
Der Porenbeton ist an einigen Stellen ziemlich trocken – kann ich Wasser in alle Bohrlöcher drücken?
- Stefan H. asked 6 Tagen ago
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Guten Tag,
die Tatsache, dass Sie beim Bohren in Schlackenbetonmauerwerk auf Hohlräume gestoßen sind, hat eine relativ einfache Erklärung. Falls es sich um monolithischen (geschalten) Schlackenbeton handelt, wären Sie wahrscheinlich nicht auf Hohlräume gestoßen. Mit großer Wahrscheinlichkeit ist Ihre Wand aus Schlackenbetonsteinen gebaut, die früher aus Kostengründen und zur Gewichtseinsparung üblicherweise mit Hohlräumen (Kammern) hergestellt wurden.
Dadurch, dass Sie auf Hohlräume gestoßen sind, haben Sie tatsächlich das Innere dieser Steine (ihre Kammern) durchbohrt. Wenn die Putze vom Mauerwerk entfernt sind, ist das Lagerfugennetz zwischen den Schlackenbetonsteinen sehr gut sichtbar und lässt sich wegen seiner Dicke leicht durchbohren. Das Problem besteht jedoch darin, dass diese Steine selbst recht hoch sind. Die erste durchlaufende Fuge kann daher in Höhenlage zu hoch über dem Boden ausfallen, was Sie wahrscheinlich dazu bewogen hat, tiefer zu bohren – also direkt in den Stein selbst – und anschließend seine inneren Kammern mit Kalkmörtel zu füllen, um ein homogenes Umfeld für die Injektage zu schaffen.
Zu Ihren Fragen und zum idealen technologischen Verfahren:
1. Kalkmörtel in den Hohlräumen und Einfluss auf die Ausbreitung der Creme (Karbonisierung)
Kalkputz/Kalkmörtel ist weder für Schlackenbeton noch für die Ausbreitung der AquaStop Cream®-Injektionscreme ein Problem. Im Gegenteil – Kalkmörtel ist nach dem Aushärten hochporös und saugfähig, sodass sich die Wirkstoffe der Injektionscreme darin problemlos ausbreiten.
Es gibt jedoch eine entscheidende Voraussetzung: Zeitliche Verzögerung. Kalkmörtel benötigt zum Aushärten und zur Festigkeitsentwicklung einen sogenannten Karbonisierungsprozess (Reaktion von Luftkalk mit Kohlendioxid, bei dem der Mörtel erhärtet). Dieser Prozess verläuft schrittweise und erfordert Zeit.
• Empfehlung: Mit der Injektage in solchermaßen gefüllte Bohrungen müssen Sie mindestens 4 Wochen (einen Monat) ab dem Füllen der Hohlräume mit Mörtel warten.
• Warum? Frischer, nicht karbonisierter Kalkmörtel hat ein extrem hohes pH (ist stark basisch) und es laufen darin chemische Prozesse ab, die die Dispersion (Ausbreitung) des Wirkstoffs der Injektionscreme und die anschließende Hydrophobierung ungünstig beeinflussen könnten. Nach einem Monat wird der Mörtel bereits ausreichend fest, chemisch stabil und trocken sein, um die Creme zuverlässig aufzunehmen und an sein Umfeld weiterzuleiten.
2. Ist es notwendig, Wasser in die Bohrungen zu drücken, bevor man injiziert?
Wenn Sie beim Bohren in Schlackenbeton sehen, dass es aus den Bohrungen deutlich stäubt und das abgebohrte Material wirklich extrem trocken ist, ist eine leichte Befeuchtung angebracht.
• Wie man das Mauerwerk richtig anfeuchtet: Vor der eigentlichen Injektage können Sie die Bohrungen sanft mit Wasser anfeuchten (z. B. mit der Applikationstube, die unseren Injektionspumpen beiliegt, oder mit einem für diese Zwecke geeigneten Sprühgerät), oder Sie verwenden unser Präparat AquaStop Cream Inject Activator. Eine Beschädigung durch Übergießen droht nicht – die Bohrungen werden waagerecht durchgeführt, sodass überschüssiges Wasser einfach aus der Bohrung herausfließt. Es geht nur darum, dass sich Wasser an den Bohrungswänden absetzt und den initialen Dispersionsvorgang der Creme „in Gang bringt“.
• Wichtige Klarstellung: Die Injektionscreme AquaStop Cream® funktioniert auch in absolut trockenem Umfeld zuverlässig. Sie enthält nämlich in ihrer Zusammensetzung (im Verhältnis zum Wirkstoff) ausreichend eigenes Wasser, um sich erfolgreich in trockenes Material einzusaugen. Eine leicht feuchte Umgebung ist für die Ausbreitung der Creme selbstverständlich vorteilhaft, was logisch ist und eigentlich vorteilhaft, da wir Mauerwerk injizieren, das in der überwiegenden Mehrheit der Fälle übermäßig feucht ist. Wäre es umgekehrt, wäre dies sicherlich ein Nachteil der angegebenen Eigenschaft, aber auch trockenes Mauerwerk ist keine Behinderung für die Funktionsfähigkeit der Creme.
Alternative Lösungen zur Überlegung:
Falls Sie nicht einen Monat auf das Aushärten des Kalkmörtels in den Steinkammern warten möchten, bietet sich noch eine andere Lösung an. Sie können die bereits durchgeführten Kammerfüllungen opfern, etwas höher ansetzen und die Bohrungen direkt in die nächste durchlaufende waagerechte Lagerfuge zwischen den Steinen durchführen (auch wenn sie etwas höher liegt, als Sie ursprünglich geplant hatten).
Die Mörtelfuge ist nämlich bereits seit Jahrzehnten vollkommen ausgehärtet und stellt das saugfähigste Gebiet im gesamten Mauerwerk dar. In dieser Fuge breitet sich die Creme absolut zuverlässig und sofort aus, ohne dass eine technologische Wartezeit auf das Aushärten des neuen Mörtels erforderlich ist.
Falls Sie sich jedoch entscheiden, bei der ursprünglichen Linie mit gefüllten Hohlräumen zu bleiben, beachten Sie unbedingt eine technologische Wartepause von mindestens 30 Tagen vor der eigentlichen Creme-Applikation.
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz
- Trumf S. answered 6 Tagen ago
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