Guten Tag, bei einem alten Einfamilienhaus plane ich eine nachträgliche Horizontalsperre mittels Cremeinjektage (Mauerwerk aus Vollziegeln – ist nicht feucht) und danach Wärmedämmung der Wand (mit Mineralwolle) sowie teilweise des Steinsockels (EPS) – 30 cm unterhalb und 30 cm oberhalb der Horizontalsperre. Das Haus hat keinen Keller, daher gibt es unter der Bodenplatte nur eine Aufschüttung und der Sockel ist feucht. Deshalb kann ich den Sockel nur etwa 30 cm unterhalb des Fußbodens dämmen – insgesamt ist er 70 cm über Geländeniveau hoch. Ich weiß, dass die Dämmung bis unter das Geländeniveau reichen sollte, aber ich befürchte, dass die Feuchte nicht abfließen kann. Wie sollte ich den Stein behandeln und welchen Mörtel sollte ich wählen, um den Steinsockel auszugleichen, damit der Klebstoff mit EPS darauf haftet? Wird das so funktionieren? (siehe Anlage). Vielen Dank für die Antwort.
- Milan K. asked 7 Tagen ago
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Guten Tag,
in Ihrem Fall kann man dem vorgeschlagenen Verfahren grundsätzlich zustimmen. Den Sockelbereich eines Hauses ohne Keller mit Steinfundament lässt sich tatsächlich schwer gegen Feuchte abdichten, und zwar genau aus den Gründen, die Sie beschreiben.
Das Haus hat wahrscheinlich eine horizontale Feuchtsperrschicht irgendwo auf der Ebene des Bodenaufbaus. Alles, was sich unterhalb dieser Linie befindet, wird ständig durch aufsteigende Bodenfeuchtigkeit aus dem Untergrund durchnässt. Ohne aufwendiges Herausbrechen der Böden und Entfernung der Verfüllung (was bei dem gegebenen Höhenunterschied zwischen Gelände und Boden unrealistisch ist) lässt sich dieser Hausteil gegen Feuchte nicht abdichten. Ich freue mich, dass Sie sich dieser physikalischen Gesetzmäßigkeiten bewusst sind.
Ich verstehe Ihre Absicht einer teilweisen Wärmedämmung, bei der der untere Sockelbereich durchlässig bleibt. Trotzdem hätte ich einen Tipp für Sie zu einem System, das für Sockel, die nicht abgedichtet werden können, absolut ideal ist. Es handelt sich um belüftete Fassadensysteme. Diese ermöglichen eine Wärmedämmung des Sockels (durch Einfügung eines Dämmstoffs), aber gleichzeitig ermöglichen die Luftschicht und die vorgesetzte Verkleidung der Feuchte aus dem Sockel, frei zu entweichen. Nicht zuletzt sind sie sehr widerstandsfähig gegen mechanische und andere Beschädigungen. Ich bin ein großer Verfechter dieser Systeme gerade bei Sockelbereichen, die sich nicht dauerhaft entfeuchten lassen.
Zur Inspiration füge ich Links zu einigen Herstellern dieser Fassadensysteme bei: https://www.stavoblock.cz/, https://www.novabrik.info/, https://www.lifebrick.cz/ und möglicherweise weitere.
Dieses System würde die technisch sauberste Lösung darstellen. Falls Sie aber dennoch nach Ihrem ursprünglichen Vorschlag vorgehen möchten, muss der Untergrund vor dem Kleben von Polystyrol mit Universalmörtel egalisiert werden. Dieser lässt sich auf gereinigtes Mauerwerk mit der Kelle auftragen, wodurch Sie sich einen festen Untergrund für die Dämmararbeiten schaffen.
Universalmörtel hat nach dem Aushärten hohe Zugfestigkeit (Haftung auf dem Untergrund), die gewöhnliche Kern-Kalkzementputze nicht haben. Dagegen ist klassischer Mauermörtel zwar druckfest (Belastung von oben), aber auf senkrechten Flächen beim Auftragen schwer zu halten und hat nicht die erforderliche Abzugsfestigkeit, was für die Stabilität der Wärmedämmung wichtig ist.
Mit freundlichen Grüßen,
Jiří Schwarz
- Trumf S. answered 7 Tagen ago
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